 "In Blau zwischen gespaltenen Flanken, die innen geflutet sind und außen zweimal drei schräg einwärts gekehrte silberne Kerben zeigen, eine silberne Lilie."
(Entwurf des Wappens: Oberarchivrat des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung, Dr. Heinrich Purkathofer)
Im 12. Jahrhundert wurden Erkennungszeichen vollgerüsteter Ritter notwendig. Es waren einfache Zeichen im Wechsel eines Metalls, Gold oder Silber und einer klaren Farbe, Rot, Blau, Grün oder Schwarz in einem Schild. Diese Wappen, allmählich auch von Städten und Märkten geführt, wurden in Siegel gestellt, bald zum wichtigsten Beglaubigungsmittel. Mit diesen Wappensiegeln wurde Recht für ihren Bereich geschaffen.
Einst verlieh der Stadt- und Marktherr seinem Ort ein Wappen, seit der Zeit der Republik übt das Wappenverleihungsrecht die Landesregierung, und alle Verwaltungsgemeinden, nicht nur Städte und Märkte, können ein Wappen erlangen. Den heraldischen Regeln entsprechend gestaltet, hat sich ein jedes Wappen von den anderen zu unterscheiden und in Bezug auf die Besonderheiten der Gemeinde soll in jedem Wappen ein tieferer Sinn liegen.
Da im Gemeindegebiet von Baierdorf allein schon der Name auf die große Leistung der Urbarmachung des Bodens durch die Baiern hinweist, lag es nahe, die Farben Bayerns, Silber und Blau, als Wappenfarben für Baierdorf zu wählen. Vergangenheit und Gegenwart, natürliche Gegebenheit und Zeichen der Kultur aber sollten den Inhalt des Wappens bestimmen . Vor Jahrhunderten wurde durch Menschenhand ein Stein behauen, römische und vorrömische Namen wurden in ihn eingemeißelt seine Ränder wurden gekerbt, um dadurch gedrehte Säulen anzudeuten. Vor Jahrzehnten wurde dieser Stein, Zeuge einer vergangenen Kultur, zerbrochen ausgegraben. Gesprengt in zwei Teile säumt sein Zeichen den Wappenschild; der bearbeitete Stein weist aber zugleich auch auf die naturgegebenen Steine des Rabenwaldes hin, die ausgebrochen Raum für Ackerland gaben und deutet auch auf den Abbau des Talkums hin, wenn dieser Stein auch von ganz anderer Art ist.
Die gefluteten Bäche zwischen Stein und Feld zeigen die Feistritz und ihre Zuflüsse an, sind aber, da Wasser unerläßlich für alles Leben ist, auch Bild des Lebens, des gewöhnlichen wie außergewöhnlichen, das unerschöpflich ist und unvergängliches Heil bedeutet. Dieses verheißt bei Lebenserhaltung und Linderung wie Heilung des Leidens der Ursprung des Wassers, das Bründl
Ein abgegrenzter Teil in einem Wappen heißt Feld. Im Wappen von Baierdorf liegt, wie eine der Fluren, das Mitterfeld, das Feld in seiner Mitte und macht den Hauptteil des Schildes aus. Es zeigt das durch harte Bauernarbeit aus Wald gerodete Ackerfeld und zugleich das Arbeitsfeld jedes Menschen, wo immer dieser durch sein Mühen sein Brot findet. Als Lilie des Feldes gilt Maria, der die Kapelle der Gemeinde, erbaut über dem Grünbründl, geweiht ist. Die Lilie, Bild der Reinheit und Schönheit, ist dem Glaubenden Sinnbild überirdischer Unvergänglichkeit; wie jede Blüte zeigt sie Leben an und verspricht Frucht, den Lohn der Arbeit auf dem Feld des Lebens.
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