Geschichtliche Entwicklung der Gemeinde
Das Gebiet der heutigen Gemeinde Baierdorf, am Westabhang des 1410 n. Chr. erstmals schriftlich erwähnten, dichtbewaldeten Rabenwaldes sich erstreckend, war schon in grauer Urzeit Siedlungsgebiet. Funde und Namen weisen darauf hin, daß schon zur Römerzeit die fruchtbaren Boden am flach verlaufenden Abhang des Rabenwaldes bewirtschaftet wurden. Als erster Ortsname wird 1265 Fresen — damals noch ,,Vreseyn" — urkundlich erwähnt, was aus der Namensableitung aus dem Slawischen auf einen Gehöftebestand um 600 n. Chr. schließen läßt. Der Name der Gemeinde sowie des Zentraldorfes Baierdorf führt auf die Besiedlung durch die Bayern zurück. Dies wiederum weist auf die Zeit um 900 n. Chr. hin.
In der Zeit von etwa 1100 bis 1500 gehörte das Gebiet der heutigen Gemeinde den Stubenbergern mit ihren Schlössern Neuberg und Schielleiten. Freie Bauern gab es in dieser Gegend nicht. Ab dieser Zeit bis 1785 gehörte der Großteil des Gemeindegebietes zum Ausstattungsgut des Chorherrenstiftes Pöllau.
Nach einigen Besitzerwechseln wurden durch den Erlaß des provisorischen Gemeindegesetzes, durch die Zentralstellen in Wien, am 17. März 1849 freie Gemeinden eingerichtet. So entstand auch die freie Gemeinde Baierdorf mit ihrer Ortschaft und Einzelgehöften, wie sie noch heute das Bild unserer Gemeinde so markant prägen. Die Bekanntmachung erfolgte durch Erlaß des Statthalters vom 20.09.1850 im Allgemeinen Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark, XXI. Stück, Graz, 7.10.1850.
Am 2. Mai 1983 wurde der Gemeinde Baierdorf mit Wirkung vom 1. Juni 1983 das Recht zur Führung des Gemeindewappens verliehen. Verwaltungsaufgaben - vorher noch von der Gutsherrschaft wahrzunehmen - mußten nun von der Gemeinde übernommen werden, speziell die Schulerhaltung - bereits seit 1732 gibt es nachweislich Unterricht; das Schulgebäude wurde im Jahr 1882 eingeweiht - und die Wegeerhaltung. Seit damals haben sich die Aufgaben der Gemeinde wesentlich erweitert. Nach den Wirren der beiden Weltkriege wurde mit dem Ausbau der Versorgung mit elektrischem Strom begonnen, es folgten die Wasserversorgung sowie der Ausbau des Telefonnetzes. Wirtschaftliche Bedeutung - neben der agrarischen Grundpotenz der Gemeinde - besitzt der bereits seit 100 Jahren durchgeführte Talkabbau am Rabenwald. Der eigentliche wirtschaftliche Aufschwung der Gemeinde aber geht parallel einher mit der Expansion der Firma ADA in den letzten drei Jahrzehnten.
Baierdorf mit seinen kilometerlangen Wanderwegen, verträumten Rastplätzen, mit seinen gepflegten Bauernhöfen und Siedlungen, entwickelt sich immer mehr zu einem beliebten Urlaubsdomizil.
|